Häufig gestellte Fragen - FAQs

 
Vorsorge
 
Warum soll man zur Vorsorgeuntersuchung gehen?
Darmkrebs kann durch Früherkennung nahezu komplett verhindert bzw. geheilt werden.

Im Unterschied zu anderen Tumorarten ist es beim Dickdarmkrebs möglich die Tumore noch relativ frühzeitig zu erkennen. Das liegt an der meist sehr langsamen Entstehung von Darmkrebs über noch gutartige Vorstufen (Polypen), die teilweise jahrelang wachsen können, ohne jegliche Beschwerden zu verursachen.

Polypen können durch eine rechtzeitig durchgeführte Darmspiegelung (Koloskopie) frühzeitig vor einer möglichen Entartung entdeckt und auch gleichzeitig entfernt werden.

 
Wird das Angebot der Vorsorgeuntersuchung in Deutschland gut genutzt?
Darmkrebs kann durch Früherkennung nahezu komplett verhindert bzw. geheilt werden.

In der Praxis wird Dickdarmkrebs in Deutschland leider gegenwärtig immer noch häufig erst in einem fortgeschrittenem Stadium diagnostiziert, weil noch zu wenig von der Möglichkeit einer Vorsorgeuntersuchung Gebrauch gemacht wird.

Die effektive Heilungsrate beim Darmkrebs beträgt aus diesem Grund nur durchschnittlich 40-50 %. Etwa 15% der Patienten weisen bereits zum Zeitpunkt der Diagnosestellung schon Tochtergeschwülste (Fernmetastasen) an anderen Organen auf.

 
Welche Vorsorgeuntersuchungen werden konkret empfohlen?
Darmkrebs ist grundsätzlich heilbar. Wichtige Voraussetzung ist jedoch, dass Darmkrebs rechtzeitig erkannt wird. Durch Vorbeugung und Früherkennung können die Vorstufen erkannt und rechtzeitig ein Heilungsverfahren eingesetzt werden.

Ab dem 50. Lebensjahr gehört das Austasten des Enddarms durch den Finger des Arztes und der Test auf Blut im Stuhl zu den Vorsorge-Leistungen bder gesetzlichen Krankenkassen.

Ab dem 56. Lebensjahr erweitert sich das Vorsorge-Programm um eine Darmspiegelung (Koloskopie) zur Krebsfrüherkennung, die bei unauffälligem Befund einmal von jedem Versicherten nach zehn Jahren kostenlos wiederholt werden kann. Für Versicherte, die keine Darmspiegelung wünschen, wird weiterhin die Testung auf Blut im Stuhl (alle zwei Jahre) von den Kassen finanziell übernommen.

Die empfohlene Häufigkeit von Vorsorgeuntersuchungen richtet sich letztendlich aber nach der Einschätzung des individuellen Krebserkrankungs-Risikos durch den betreuenden Arzt nach Erhebung des Familienanamnese und nach Erkennung spezieller individueller Risikokomponenten.

Es lassen sich folgende Empfehlungen für die Vorsorge zusammenfassen:

Personen ohne Darmkrebs in der Familie:
Das Risiko während des gesamten Lebens an Darmkrebs zu erkranken beträgt ca. 5%

Empfehlung:
Jährlich Stuhltest auf okkultes (verstecktes) Blut ab dem 50. Lebensjahr
Koloskopie mit 55 Jahren, bei unauffälligem Befund Kontrolle nach 10 Jahren.
Bei Ablehnung der Koloskopie weiter jährlicher Stuhltest auf Blut.
Wenn ein Stuhltest positiv ist, Koloskopie.

Personen mit Darmkrebs in der Familie (ohne genetischem Syndrom):
Es besteht ein erhöhtes Risiko gegenüber Personen ohne Darmkrebs in der Familie:
Verwandter 1. Grades mit Darmkrebs (Eltern, Geschwister, Kinder): 2-3 fach erhöhtes Risiko
Verwandter mit Darmkrebs jünger als 45 Jahre: Risiko 3-4 fach erhöhtes Risiko
Verwandter mit Darmkrebs älter als 60 Jahre: gering erhöhtes Risiko

Empfehlung:
Koloskopie 10 Jahre vor dem Erkrankungsalter des Verwandten, spätestens mit 50 Jahren

Personen mit Darmkrebs in der Familie (mit genetischem Syndrom):
Für diese Patienten und ihre Familienangehörigen existieren gesonderte Vor- und auch Nachsorgeempfehlungen, z.B. für Patienten mit HNPCC (= hereditäres nicht-polypöses colorectales Carcinom) oder FAP (= familiäre adenomatöse Polypose

Personen mit Colitis ulcerosa:
Risiko an Darmkrebs zu erkranken:
ca. 2% nach 10 Jahren Erkrankungsdauer
ca. 9% nach 20 Jahren Erkrankungsdauer
ca.18% nach 30 Jahren Erkrankungsdauer

Empfehlungen:
Linksseitencolitis nach 15 Jahren: Koloskopie 1x / Jahr
(Sub-)Totale Colitis nach 8 Jahren: Koloskopie 1x / Jahr

 
Was kann man tun um Darmkrebs zu verhindern?
Darmkrebs entsteht in der Regel spontan aus Wachstums- und Regulationsstörungen der Zellen in der Darmschleimhaut.

Es sind keine Lebens- oder Ernährungsregeln bekannt, die das Auftreten von Darmkrebs sicher verhindern können.

Nichtsdestotrotz gibt es Erfahrungsregeln. Manche Lebens- und Ernährungsfaktoren sind zumindest statistisch mit dem Auftreten von Darmkrebs gehäuft verbunden, so dass eine mögliche kausale Beziehung diskutiert oder vermutet wird. Keiner der Faktoren führt jedoch für sich alleine genommen zum Auftreten von Darmkrebs.

Folgende Empfehlungen werden abgeleitet:
Halten Sie ein normales Gewicht während der gesamten Lebenszeit.
- Reduzieren Sie Ihr Gewicht, falls Sie übergewichtig sind
- Gleichen Sie Kalorienaufnahme mit körperlicher Aktivität aus

- Essen Sie eine Vielfalt gesunder Nahrungsmittel, bevorzugen Sie pflanzliche Erzeugnisse.
- Bevorzugen Sie Vollkorngetreide.
- Begrenzen Sie den Verzehr von rotem Fleisch, insbesondere solches mit hohem Fettgehalt

- Verzichten Sie auf Zigarettenkonsum.
- Reduzieren Sie Alkohol-Genuss auf geringe Mengen.

- Legen Sie sich einen körperlich aktiven Lebensstil zu.