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| Wozu dient der Darm? |
Grundsätzliches zur Anatomie:
Die Hauptfunktion des Dünndarms besteht in der Aufnahme von Flüssigkeit und Nahrungsbestandteilen. Die Funktion des Dickdarms, der sich aus dem Kolon und dem Rektum (auch Mastdarm genannt) zusammensetzt, besteht in der Eindickung des Stuhls durch Wasserentzug.
Der Dünndarm befindet sich zwischen dem Magenausgang und dem Dickdarm. Er ist ca. 2,5 bis 4 Meter lang.
Der Dickdarm erstreckt sich rahmenförmig vom Ende des Dünndarms im rechten Unterbauch ausgehend bis zum Darmausgang. Die Länge des Dickdarms (= Kolon) schwankt zwischen 1,2 und 1,8 Meter. Im Mastdarm (Rektum), der die letzten 15 cm des Dickdarms umfasst, wird der Stuhl bis zum Stuhlgang (Defäkation) gesammelt. Der Schließmuskel sorgt für die Kontinenz und ist ein komplexes, nervengesteuertes Verschlussorgan.
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| Was ist Krebs? |
| Bösartige Tumoren („Krebsgeschwülste“) zeichnen sich dadurch aus, dass sie der normalen Wachstumskontrolle des Körpers entzogen sind. Die veränderten Zellen vermehren sich ungebremst. Durch das ungeregelte Wachstum kann der bösartige Zellverband gesunde Nachbarzellen zerstören und in andere Gewebe einwachsen.
Tumorzellen können in die Blutbahn oder Lymphbahn eindringen und mit dem Blut- und Lymphstrom in andere Körperorgane gelangen. Dort können sie sich ansiedeln und erneut vermehren. Hierdurch entstehen Tochtergeschwülste, die sogenannten Metastasen. |
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| Was ist Darmkrebs? |
| Unter Darmkrebs versteht man alle bösartigen Tumorerkrankungen des Dünndarmes (sehr selten), des Dickdarms (Kolonkarzinom) oder des Mastdarms (Rektumkarzinom).
Die bösartigen Tumore gehen in den meisten Fällen aus gutartigen Wucherungen der Darmschleimhaut („Adenome“, „Polypen“) hervor.
Es handelt sich beim Darmkrebs um sogenannte solide Tumore. Solide Krebserkrankungen charakterisiert eine unkontrollierte Teilung von Zellen eines Organs oder Gewebes. Bei der ständigen Erneuerung unserer Körperzellen, kann es zu Fehlern im Bauplan einer Zelle kommen. Dieser Zellteilungsfehler kann bewirken, dass die Zelle sich nicht mehr an die Regeln ihres eigenen Gewebeverbundes hält, sondern sich chaotisch und ungehindert teilt. |
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| Welche Symptome gibt es bei Darmkrebs? |
| Frühe Stadien des Darmkrebses führen meist zu keinen oder nur sehr uncharakteristischen Beschwerden. Echte Beschwerden (Symptome) der Darmkrebserkrankung treten häufig erst im fortgeschrittenen Stadium auf.
Um den Tumor möglichst frühzeitig zu erkennen und damit die Heilungsaussichten zu erhöhen, müssen auch harmlos erscheinende Beschwerden im Magen-Darm- Bereich, wie z.B. Bauchkrämpfe, Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfall sowie Änderungen der Stuhlgewohnheiten ernst genommen werden.
Es gibt einige potentielle Warnzeichen, die zwar jeweils für sich genommen auch andere völlig ungefährliche Ursachen haben können, dennoch wegen des Darmkrebsrisikos unbedingt weiter abgeklärt werden sollten. Hierzu gehören:
- Blut im Stuhl
- Blutarmut (Anämie)
- Veränderter Stuhlgang wie plötzlicher Durchfall oder Verstopfung oder beides im Wechsel
- Blähungen mit gleichzeitiger Entleerung von etwas Blut, Schleim oder Stuhl
- Krampfartige Bauchschmerzen, Stuhldrang ohne Entleerung
- Blässe und Blutarmut
- Chronischer Gewichtsverlust, Anhaltende und zunehmende körperliche Schwäche
- Ausgeprägte Müdigkeit
- Tastbare Verhärtungen im Bauchraum und/oder vergrößerte Lymphknoten |
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| Wie häufig ist Darmkrebs? |
| Darmkrebs ist weltweit einer der häufigsten Krebserkrankungen.
In Deutschland erkranken jährlich ca.66.000 Menschen an dieser Erkrankung. Sowohl für Frauen wie auch für Männer stellt der Dickdarmkrebs die zweithäufigste Krebserkrankung und Krebstodesursache in Deutschland dar, zusammengenommen sogar die Häufigste.
Jährlich sterben in Deutschland rund 30.000 Patienten. In der Liste der Häufigkeit von Tumorarten und in der Statistik der Krebstodesursachen steht der Darmkrebs damit auf Platz zwei.
In den Industrieländern ist ein stetiger, altersabhängiger Anstieg der Darmkrebshäufigkeit zu verzeichnen. |
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| In welchem Alter tritt Darmkrebs auf? |
| Darmkrebs ist meist eine Erkrankung des höheren Lebensalters.
Vor dem 40. Lebensjahr ist das Kolorektale Karzinom selten. Danach findet sich ein exponentieller Anstieg bis zum 85. Lebensjahr mit einer Häufigkeit von 300 Erkrankungen / 100.000 Einwohner / Jahr für die Altersgruppe 70-74 Jahre.
Das Durchschnittsalter der Betroffenen liegt gegenwärtig bei ca. 69 Jahren bei Männern und 75 Jahren bei Frauen (Angaben des Robert-Koch-Instituts in Berlin). Das Erkrankungsalter beim Darmkrebs liegt damit deutlich über dem mittleren Erkrankungsalter der meisten anderen bösartigen Tumorformen.
In selteneren Fällen können Darmkrebserkrankungen jedoch auch schon beim jungen Menschen auftreten. Meist liegen dann besondere Vererbungs- oder Risikokonstellationen vor. |
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| In welchen Darmabschnitten tritt der Darmkrebs auf? |
| Krebserkrankungen des Dünndarms kommen nur sehr selten vor.
Darmkrebs, ist fast immer eine Krebserkrankung des Dickdarmes (Kolonkarzinom) oder des Mastdarmes (Rektumkarzinom). Zusammenfassend spricht man deshalb vom „Kolorektalen Karzinom“.
Am häufigsten findet sich ein Tumor im unteren Dickdarm und Mastdarm. |
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| Wie entsteht Darmkrebs? |
| Die meisten Darmkrebserkrankungen entstehen durch spontane Mutationen des genetischen Materials der Zellen.
Sie entwickeln sich oft unbemerkt über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren aus einem Polypen der Darmschleimhaut.
Für die Entstehung der Polypen als Darmkrebsvorstufen spielen sowohl Umwelteinflüsse, insbesondere die Ernährungsgewohnheiten, als auch genetische Faktoren eine Rolle. In der Regel müssen jedoch viele Faktoren zusammenwirken, um eine gesunde Zelle in eine Krebszelle umzuwandeln.
Die molekulargenetischen Mechanismen sind sehr vielfältig und komplex. Das Karzinom ist letzten Endes das Ergebnis eines vieljährigen Prozesses, der über definierte Zwischenstufen, die sogenannten „Dysplasien“, zum invasiven Karzinom führt.
Der Übergang zwischen „Gut“ und „Böse“ ist wie so oft im Leben fliessend. |
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| Gibt es Risikofaktoren für die Entstehung von Darmkrebs? |
| Es gibt Faktoren, die das Auftreten der Darmkrebs-Krankheit begünstigen. Die einzelnen Faktoren sind jedoch für sich genommen nicht entscheidend. Alle Faktoren können auch im Einzelfall vorliegen, ohne dass jemals beim Betroffenen ein Darmkrebs auftritt.
Als Risikofaktoren für die Darmkrebsentstehung gelten z.B.:
- Erbliche Veranlagung in der Familie
- Ballaststoffarme und fleischreiche Ernährung
- Bewegungsmangel
- Hoher Alkoholkonsum
- Übergewicht
- Chronisch entzündliche Darmerkrankungen |
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| Wie funktioniert eine Darmspiegelung (Koloskopie)? |
| Zur Darm-Spiegelung wird ein flexibles optisches Instrument (Endoskop) vom After aus in den gesäuberten Dickdarm bis zur Mündung des Dünndarms vorgeschoben.
Falls erforderlich, lassen sich schmerzlos Gewebeproben aus dem Darm mit einer kleinen Zange während der Spiegelung gewinnen. Immer bei Verdacht auf Krebs wird eine Gewebeprobe entnommen, die in der Pathologie untersucht wird.
Polypen / Adenome (gutartige Krebsvorstufen) oder oberflächliche Krebserkrankungen des Dickdarms oder Mastdarms können oftmals gleich endoskopisch entfernt werden.
Die Untersuchung ist durch den Einsatz von Schlaf- und Schmerzmedikamenten heute praktisch schmerzfrei möglich. Am unangenehmsten werden von vielen Patienten heute die säubernden Abführmaßnahmen vor der Untersuchung empfunden.
Die komplette Koloskopie besitzt die höchste Empfindlichkeit für das Auffinden von Dickdarmadenomen und Dickdarmkrebs. Diese Untersuchung stellt den sogenannten Goldstandard in der Vorsorgeuntersuchung dar.
Komplette Koloskopie bedeutet, dass der gesamte Dickdarm bis zu seinem Übergang zum Dünndarm vollständig untersucht wird. |
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| Wie funktioniert der Test auf Blut im Stuhl? |
| Bei Personen, die keine Koloskopie wünschen, sollte ein Test auf Blut im Stuhl (FOBT - Fäkal okkulter Bluttest, bestehend aus 3 Testbriefchen für drei aufeinanderfolgende Stühle) jährlich durchgeführt werden.
Ein positives Testergebnis macht die Koloskopie des gesamten Dickdarms erforderlich.
Für Personen, die an der Vorsorge-Koloskopie teilnehmen, erübrigt sich der FOBT. |
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| Warum soll man zur Vorsorgeuntersuchung gehen? |
| Darmkrebs kann durch Früherkennung nahezu komplett verhindert bzw. geheilt werden.
Im Unterschied zu anderen Tumorarten ist es beim Dickdarmkrebs möglich die Tumore noch relativ frühzeitig zu erkennen. Das liegt an der meist sehr langsamen Entstehung von Darmkrebs über noch gutartige Vorstufen (Polypen), die teilweise jahrelang wachsen können, ohne jegliche Beschwerden zu verursachen.
Polypen können durch eine rechtzeitig durchgeführte Darmspiegelung (Koloskopie) frühzeitig vor einer möglichen Entartung entdeckt und auch gleichzeitig entfernt werden. |
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| Wird das Angebot der Vorsorgeuntersuchung in Deutschland gut genutzt? |
| Darmkrebs kann durch Früherkennung nahezu komplett verhindert bzw. geheilt werden.
In der Praxis wird Dickdarmkrebs in Deutschland leider gegenwärtig immer noch häufig erst in einem fortgeschrittenem Stadium diagnostiziert, weil noch zu wenig von der Möglichkeit einer Vorsorgeuntersuchung Gebrauch gemacht wird.
Die effektive Heilungsrate beim Darmkrebs beträgt aus diesem Grund nur durchschnittlich 40-50 %. Etwa 15% der Patienten weisen bereits zum Zeitpunkt der Diagnosestellung schon Tochtergeschwülste (Fernmetastasen) an anderen Organen auf. |
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| Welche Vorsorgeuntersuchungen werden konkret empfohlen? |
| Darmkrebs ist grundsätzlich heilbar. Wichtige Voraussetzung ist jedoch, dass Darmkrebs rechtzeitig erkannt wird. Durch Vorbeugung und Früherkennung können die Vorstufen erkannt und rechtzeitig ein Heilungsverfahren eingesetzt werden.
Ab dem 50. Lebensjahr gehört das Austasten des Enddarms durch den Finger des Arztes und der Test auf Blut im Stuhl zu den Vorsorge-Leistungen bder gesetzlichen Krankenkassen.
Ab dem 56. Lebensjahr erweitert sich das Vorsorge-Programm um eine Darmspiegelung (Koloskopie) zur Krebsfrüherkennung, die bei unauffälligem Befund einmal von jedem Versicherten nach zehn Jahren kostenlos wiederholt werden kann. Für Versicherte, die keine Darmspiegelung wünschen, wird weiterhin die Testung auf Blut im Stuhl (alle zwei Jahre) von den Kassen finanziell übernommen.
Die empfohlene Häufigkeit von Vorsorgeuntersuchungen richtet sich letztendlich aber nach der Einschätzung des individuellen Krebserkrankungs-Risikos durch den betreuenden Arzt nach Erhebung des Familienanamnese und nach Erkennung spezieller individueller Risikokomponenten.
Es lassen sich folgende Empfehlungen für die Vorsorge zusammenfassen:
Personen ohne Darmkrebs in der Familie:
Das Risiko während des gesamten Lebens an Darmkrebs zu erkranken beträgt ca. 5%
Empfehlung:
Jährlich Stuhltest auf okkultes (verstecktes) Blut ab dem 50. Lebensjahr
Koloskopie mit 55 Jahren, bei unauffälligem Befund Kontrolle nach 10 Jahren.
Bei Ablehnung der Koloskopie, weiter jährlicher Stuhltest auf Blut.
Wenn ein Stuhltest positiv ist Koloskopie
Personen mit Darmkrebs in der Familie (ohne genetischem Syndrom):
Es besteht ein erhöhtes Risiko gegenüber Personen ohne Darmkrebs in der Familie:
Verwandter 1. Grades mit Darmkrebs (Eltern, Geschwister, Kinder): 2-3 fach erhöhtes Risiko
Verwandter mit Darmkrebs jünger als 45 Jahre: Risiko 3-4 fach erhöhtes Risiko
Verwandter mit Darmkrebs älter als 60 Jahre: gering erhöhtes Risiko
Empfehlung:
Koloskopie 10 Jahre vor dem Erkrankungsalter des Verwandten, spätestens mit 50 Jahren
Personen mit Darmkrebs in der Familie (mit genetischem Syndrom):
Für diese Patienten und ihre Familienangehörigen existieren gesonderte Vor- und auch Nachsorgeempfehlungen, z.B. für Patienten mit HNPCC (= hereditäres nicht-polypöses colorectales Carcinom) oder FAP (= familiäre adenomatöse Polypose
Personen mit Colitis ulcerosa:
Risiko an Darmkrebs zu erkranken:
ca. 2% nach 10 Jahren Erkrankungsdauer
ca. 9% nach 20 Jahren Erkrankungsdauer
ca.18% nach 30 Jahren Erkrankungsdauer
Empfehlungen:
Linksseitencolitis nach 15 Jahren: Koloskopie 1x / Jahr
(Sub-)Totale Colitis nach 8 Jahren: Koloskopie 1x / Jahr
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| Was kann man tun um Darmkrebs zu verhindern? |
| Darmkrebs entsteht in der Regel spontan aus Wachstums- und Regulationsstörungen der Zellen in der Darmschleimhaut.
Es sind keine Lebens- oder Ernährungsregeln bekannt, die das Auftreten von Darmkrebs sicher verhindern können.
Nichtsdestotrotz gibt es Erfahrungsregeln. Manche Lebens- und Ernährungsfaktoren sind zumindest statistisch mit dem Auftreten von Darmkrebs gehäuft verbunden, so dass eine mögliche kausale Beziehung diskutiert oder vermutet wird. Keiner der Faktoren führt jedoch für sich alleine genommen zum Auftreten von Darmkrebs.
Folgende Empfehlungen werden abgeleitet:
Halten Sie ein normales Gewicht während der gesamten Lebenszeit.
- Reduzieren Sie Ihr Gewicht, falls Sie übergewichtig sind
- Gleichen Sie Kalorienaufnahme mit körperlicher Aktivität aus
- Essen Sie eine Vielfalt gesunder Nahrungsmittel, bevorzugen Sie pflanzliche Erzeugnisse.
- Bevorzugen Sie Vollkorngetreide.
- Begrenzen Sie den Verzehr von rotem Fleisch, insbesondere solches mit hohem Fettgehalt
- Verzichten Sie auf Zigarettenkonsum.
- Reduzieren Sie Alkohol-Genuss auf geringe Mengen.
- Legen Sie sich einen körperlich aktiven Lebensstil zu.
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| Ist Darmkrebs vererbbar? |
| Die meisten Fälle von Dickdarmkrebs treten in höherem Lebensalter und sporadisch – das heißt als Einzelfall innerhalb einer Familie – auf und sind nicht erblich.
Fünf von hundert deutschen Bürgern erkranken an Darmkrebs. Etwa 20 Prozent der Betroffenen haben eine positive Familienanamnese, das bedeutet in der engeren Verwandtschaft sind bereits Darmkrebsfälle aufgetreten. Bei diesem sogenannten familiären Darmkrebs verdoppelt sich das Erkrankungsrisiko für Verwandte ersten Grades (Geschwister, Kinder, Eltern) auf ca. 10 Prozent.
Bei etwa 25 % der Patienten mit Dickdarmkrebs findet man eine familiäre Häufung der Erkrankung. Bei etwa 5 % der Patienten liegt eine der heute bereits bekannten erblichen Formen von Dickdarmkrebs vor, das autosomal dominant vererbte "hereditäre nichtpolypöse kolorektale Karzinom" (HNPCC). Bei diesen Patienten steigt das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, auf 80 Prozent.
Diese erblichen Tumorerkrankungen (hereditäre Tumordispositions-Syndrome) des Magen-Darm-Traktes umfassen mehrere klinisch und molekulargenetisch differenzierbare Krankheitsbilder, insbesondere den erblichen Dickdarmkrebs ohne Polyposis (HNPCC oder Lynch-Syndrom) und die erblichen Polyposis-Syndrome. Zu den letzteren gehören die Familiäre adenomatöse Polyposis (FAP), die MUTYH-assoziierte Polyposis (MAP), das Peutz-Jeghers-Syndrom (PJS) und die Familiäre juvenile Polyposis (FJP). Auch beim Cowden-Syndrom (CS) können Polypen des Gastrointstinaltraktes auftreten.
Während Darmkrebs im Allgemeinen eine Krankheit alter Menschen ist, erkranken HNPCC- Patienten oft schon in jungen Jahren. Das Durchschnittsalter liegt um die 40 Jahre. Außerdem treten bei Betroffenen auch gehäuft Tumoren außerhalb des Darms wie etwa Unterleibs-, Eierstock- und Magenkrebs auf. Daher ist bei diesen Risiko-Patienten eine engmaschige Vorsorge, die nicht nur auf den Darm beschränkt ist, erforderlich. |
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| Wann ist eine Kontaktaufnahme mit dem Darmzentrum sinnvoll? |
| Wenn durch Ihren Hausarzt oder einen niedergelassenen Facharzt der Verdacht oder bereits die bestätigte Diagnose einer bösartigen Darmerkrankung gestellt wird, stehen Ihnen die Behandlungsmöglichkeiten im Darmzentrum Frankfurt Nordwest offen.
Sie können jederzeit selbst entscheiden, ob die weitere Behandlung im Darmzentrum oder in einem Krankenhaus Ihrer Wahl stattfinden soll.
Wir geben Ihnen bei der Vorstellung gerne auch nur eine Zweitmeinung und beraten Sie.
Im Fall Ihrer Entscheidung für das Darmzentrum Frankurt Nordwest wird die stationäre Aufnahme bei einer primären (noch nicht vorbehandelten) Darmkrebs Erkrankung in der Regel in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimal-Invasive Chirurgie erfolgen.
Die stationäre Aufnahme ist jedoch auch zur Diagnostik („Staging“) in der Klinik für Innere Medizin oder der Klinik für Onkologie möglich.
Der Aufnahmeort ist sekundär. Die Behandlung am Darmzentrum Frankurt Nordwest wird unabhängig von der gewählten Aufnahme-Station und Abteilung interdisziplinär geplant und abgestimmt. |
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| Welche Untersuchungen müssen bei Verdacht auf Darmkrebs durchgeführt werden? |
| Folgende Untersuchungen sind zur optimalen Vorbereitung einer Behandlung bei Darm- bzw. Mastdarmkrebs notwendig:
Blutuntersuchung, einschließlich Bestimmung des Tumormarker CEA.
Der Tumormarker kann ein wichtiger Wert zur weiteren Verlaufskontrolle einer Tumor-Erkrankung sein, wenn er vor Beginn der Therapie erhöht im Blut messbar erhöht nachweisbar war. Dies ist jedoch nicht immer der Fall. Es gibt verschiedene Tumormarker. Bei der Bestimmung eines Tumormarkers vor einer Operation erhält man einen Ausgangswert, der im weiteren Verlauf der Nachsorgeuntersuchungen kontrolliert wird. Er kann somit den Hinweis auf einen Rückfall der Erkrankung geben. Dieser Wert ist jedoch nicht zuverlässig geeignet eine Darmkrebserkrankung nachzuweisen.
Sonografie (Ultraschalluntersuchung) des Bauches
Mit Hilfe der Ultraschalluntersuchung, die mit Geräten der neuesten Generation und höchsten Bildauflösung durchgeführt werden, erhält der Arzt Hinweise über die Struktur der inneren Organe und über mögliche Nebenerkrankungen, die wichtig für die weitere Diagnostik oder Operationsplanung sind. Insbesondere wird die Struktur der Leber betrachtet, um eventuelle Metastasen (Tochterabsiedlungen des Darmkrebses) festzustellen.Der Einsatz moderner Echokontrastmittel kann ggf. die diagnostische Aussagekraft erhöhen.
Röntgenuntersuchung der Lunge, ggf. Computertomografie
Die Röntgenuntersuchung der Lunge dient in erster Linie der Suche nach Auffälligkeiten, die metastasenverdächtig sind. Zudem können tumorunabhängige Lungen- oder Herzerkrankungen nachgewiesen werden, die für die Operationsplanung von Bedeutung sind. Bei verdächtigem Befund können zusätzlich Schichtbildaufnahmen mittels Computertomographie angefertigt werden.
Koloskopie (Darmspiegelung) mit Probeentnahmen
Zur Spiegelung wird ein flexibles optisches Instrument (Endoskop) vom After aus in den gesäuberten Dickdarm bis zur Mündung des Dünndarms vorgeschoben. Mittels hochauflösender Videoendoskope, digitaler Bildbearbeitung und der Möglichkeit zur sogenannten virtuellen Schleimhautfärbung (NBI = Narrow Band Imaging) können auch kleinste Schleimhautveränderungen erkannt werden. Falls erforderlich, lassen sich Gewebeproben mit einer kleinen Zange während der Spiegelung gewinnen. Polypen / Adenome (gutartige Krebsvorstufen) oder oberflächliche Krebserkrankungen des Dickdarms oder Mastdarms können durch die endoskopische Behandlung entfernt werden. Hierzu werden sämtliche interventionelle Verfahren, insbesondere die sogenannte Mucosektomie, angewendet. Die Untersuchung ist durch den Einsatz von Schlaf- und Schmerzmedikamenten praktisch schmerzfrei.
Computertomografie des Bauches
Hierbei werden mit Hilfe von Röntgenstrahlen Schichtbilder des Bauchraumes angefertigt. So können krankhafte Veränderungen genauer dargestellt und lokalisiert werden. Diese Untersuchung wird insbesondere durchgeführt, um die Ausbreitung des Darmkrebses sowie dessen Beziehung zu den Nachbarorganen abzuschätzen.
Rektoskopie (Mastdarmspiegelung)
Bei der Mastdarmspiegelung können die letzten 15-20 cm des Darmes vom After aus eingesehen werden. Die Untersuchung ist in der Regel nicht sehr schmerzhaft und wird ohne Betäubung durchgeführt. Sie ist wichtig zur Bestimmung der genauen Lage des Tumors im Mastdarm. Davon ist letztendlich abhängig, ob der Tumor mit einem Sicherheitsabstand zum Schließmuskel bei der Operation entfernt werden kann. Liegt der Tumor zu dicht am Schließmuskel, so muss dieser zur Sicherung der vollständigen Tumorentfernung entfernt werden, wodurch die Anlage eines künstlichen Darmausgangs (Stoma) notwendig wird.
Endosonografie
Die Endosonografie ist eine Ultraschalluntersuchung des Tumors vom After aus.Sie erfolgt ähnlich der Mastdarmspiegelung mittels einer Sonde, die vom After aus eingeführt wird. Zur Durchführung stehen modernste Ultraschallendoskope mit 360° Rundumsicht, elektronischem Radiär- und Sektorscanner zur Verfügung. Hierbei können die exakte Tiefenausdehnung des Tumors im Millimeterbereich und etwaige Lymphdrüsenvergrößerungen erkannt werden. Diese Angaben sind für die Entscheidung in der Therapieplanung von großer Bedeutung. Die Untersuchung ist komplex, benötigt zur guten Beurteilung viel Übung und Erfahrung und wird deshalb in der eigenen Klinik nur von geübten Spezialisten durchgeführt.
Kernspintomographie des Becken und Bauchraumes
Die Kernspinuntersuchung erfolgt in einer "Röhre", in der ein starkes Magnetfeld erzeugt wird. Hierdurch können ebenfalls, ähnlich der Computertomografie, Schichtbilder angefertigt werden. Die Untersuchung erfolgt ohne Röntgenstrahlenbelastung und gibt ebenfalls Hinweise auf die Tumorgröße, Beziehung zu den Nachbarorganen und Lymphdrüsenvergrößerungen. Da der Körper einem sehr starken Magnetfeld ausgesetzt ist, können Patienten mit metallischen Implantaten (Herzschrittmacher, Hüft- oder Knieprothesen) im Kernspin nicht untersucht werden.
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| Wie sieht der postoperative Verlauf nach einer Darmoperation aus? |
| Nach der Operation werden Sie in der Regel bereits im OP wieder wach und anschließend auf die Intensivpflegestation gebracht. Hier werden Sie je nach Befinden für 1-2 Tage überwacht.
Alle minimal-invasiv und ein großer Teil der herkömmlich operierten Patienten werden im Darmzentrum Frankfurt Nordwest nach der sogenannten "Fast-track-Rehabilitation" (Schneller Weg der Rehabilitation) behandelt.
Das bedeutet, dass Sie bereits am Operationstag bereits schon trinken und sogar einen Joghurt essen dürfen. Am nachfolgenden Tag erhalten Sie ein normales Frühstück und die Kost wird zügig weiter aufgebaut.
Sie werden schon am Abend nach der Operation erstmals aufstehen und sich bewegen. Sie sollten am ersten Tag nach der Operation mit Hilfe der Schwestern/ Pflegern oder der Physiotherapeuten, wenn möglich, mehrere Stunden außerhalb des Bettes verbringen.
Um eine weitere zügige Mobilisation zu gewährleisten werden alle Sonden, Katheter und Drainagen so früh wie möglich entfernt oder wir verzichten ganz auf eine Anlage. Diese Maßnahmen sind wichtig, um einer Darmträgheit vorzubeugen und die Genesung zu beschleunigen. |
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| Wie sieht die chirurgische Therapie bei Darmkrebs aus? |
| Eine Heilung des Darmkrebses ist nur durch chirurgische Operation möglich. Ziel der Krebsoperation ist die immer unter Heilungsabsicht die vollständige, also radikale Entfernung des Tumors und dessen Lymphabflussgebietes (an der Wurzel operieren).
Beim Dickdarmkrebs müssen, je nach Lage des Tumors im Darm, die entsprechenden Dickdarmabschnittes mitsamt der dazugehörigen blutversorgenden Hauptgefäße sowie der am entlang der Gefäße verlaufenden Lymphknoten zu entfernen (um etwaige Lymphknoten-Metastasen zu beseitigen bzw. diese pathologisch zu erkennen)..
Abhängig von der Blutversorgung des Darmes werden deshalb mehr oder weniger große Darmsegmente entfernt und die Darmstümpfe nach Mobilisation und Annäherung vernäht. Die neue Darmverbindung durch Naht wird als „Anastomose“ bezeichnet.
So wird verständlich, warum bei einer Krebsoperation ein wesentlich größerer Darmabschnitt mit Gefäßen und Lymphdrüsen entfernt werden muss, als dies bei gutartigen Erkrankungen üblicherweise der Fall ist.
Bei Tumor-Befall von Nachbarorganen(T4 Tumore) muss geprüft werden, ob diese gleichzeitig entfernt oder teilentfernt werden können, damit nach dem Eingriff Tumorfreiheit besteht (Radikale Multiviszeralresektion).
Bei Vorliegen von Lebermetastasen werden diese meist (soweit operabel) erst im Rahmen einer zweiten Operation entfernt. Dies ist unzweofelhaft der sicherste Behandlungsweg.
Erfahrene Chirurgen können in ausgewählten Fällen auch Simultaneingriffe an der Leber vornehmen um Metastasen zeitgleich mit dem Primärtumor am Darm zu entfernen. Das Vorgehen muss individuell abgestimmt und in der Tumorkonferenz interdisziplinär besprochen werden.
Schwieriger ist die operative Therapie bei sehr tief sitzendem Mastdarm-Krebs in der Nähe des After-Schließmuskels. Um den Krebs in dieser Lokalisation sicher zu entfernen, muss zum After hin ein Sicherheitsabstand von mindestens 2-3 cm eingehalten werden können.
Ist es nicht möglich, den Schließmuskel zu erhalten, muss dann der gesamte After entfernt und ein definitiver künstlicher Darmausgang angelegt werden. Durch moderne neoadjuvante Radio-Chemotherapie und besondere transanale Operationsverfahren gelingt heute in der weitausgrößten Zahl der Patienten ein Schließmuskelerhalt im Rahmen der Mastdarmoperation. |
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| Soll Darmkrebs „Offen / Konventionell“ oder „Minimal Invasiv“ operiert werden? |
| Operationen am Dick- und Mastdarm bei bösartigen Erkrankungen werden heute teilweise in „Schlüssellochtechnik“ vorgenommen. Die Frage, ob diese Techniken im Einzelfall angemessen oder gar besser als die „Konventionellen Schnittverfahren“ sind, läßt sich bis heute noch nicht abschließend beantworten. Die „Schlüssellochtechnik“ ist grundsätzlich die schonendere Methode. Der Zugang zur Bauchhöhle ist bei den MIC-Verfahren vergleichsweise weniger verletzend.
Klar gesagt werden muss an dieser Stelle, dass sich nach Eröffnung der Bauchhöhle bzw. nach Überbrückung der Bauchhöhle durch Trokare (MIC) die operativen Eingriffe in der Tiefe grundsätzlich überhaupt nicht unterscheiden. Fundamentale onkologische Wirkungsunterschiede sind also kaum zu erwarten bzw. wurden bis heute nicht wissenschaftlich nachgewiesen.
Nicht selten treten Marketing-Aspekte bei der Diskussion der Verfahren in den Vordergrund. Argumente für wissenschaftlich begründete Vorgehensweisen müssen langfristig gesammelt werden um Patienten wirklich ehrlich und gut beraten zu können.
Aktuellste Daten aus einer prospektiv randomisierten Multicenterstudie zur onkologischen und klinischen Sicherheit der laparoskopischen Chirurgie beim Kolonkarzinom (COST-Studie) belegen, dass die minimal-invasive Chirurgie (MIC) mit gleicher Sicherheit und vergleichbaren Ergebnissen wie die offene Chirurgie bei der Behandlung des Darmkrebses eingesetzt werden kann. Allerdings ergaben sich auch keine signifikanten Vorteile der operativen Schlüsselloch-Verfahren (MIC).
Als potentielle Vorteile der MIC werden jedoch weiterhin eine Verkürzung des postoperativen Krankenhausaufenthaltes und ein geringerer Bedarf an Schmerzmitteln durch den Einsatz der Laparoskopie (MIC) diskutiert. Werden in der operierenden Klinik bei konventionellen Eingriffen jedoch moderne postoperative Anästhesie, Schmerztherapie und Fast-Track-Konzepte verwendet, treten die Vorteile der MIC-Techniken noch weiter zurück. Aus heutiger Sicht sind also beide Verfahren in erfahrener chirurgischer Hand für die Darmkrebsresektion hinsichtlich der Risiken und Ergebnisse vergleichbar.
Zu bemerken ist weiterhin, dass nicht alle Tumore des Darmes sinnvoll mit MIC-Techniken operativ entfernt werden können. Gut geeignet sind aus technischen Gründen kleinere Tumore des Mastdarmes und des absteigenden Dickdarmes (Colon descendes und sigmoideum) bei nicht im Bauchraum voroperierten Patienten (weniger Verwachsungen).
Andere Tumor-Lokalisationen am Darm lassen sich zwar mit MIC-Technik angehen, jedoch überwiegt aus Sicht der meisten erfahrenen Chirurgen, dann der technische Ehrgeiz des Chirurgen. Die potentiellen Vorteile für den Patienten nehmen mit dem Schwierigkeitsgrad der Eingriffe dann meist ab, Risiken nehmen zu. Onkologische Kompromisse dürfen aber wegen der technischen Variationen auf keinen Fall gemacht werden.
Gegenwärtig werden weltweit noch über 90% der Darmkrebspatienten mit konventioneller Chirurgie operiert.
Im Darmzentrum Frankfurt Nordwest kommen alle MIC- und konventionellen OP-Verfahren zur Anwendung. Individuell wird das optimale Vorgehen für jeden Patienten festgelegt und interdisziplinär abgestimmt. Wann immer es möglich ist, sind wir bestrebt schonende MIC-Techniken anzuwenden. Laparoskopisch opereieren wir überwiegend bei kleinen Tumoren des Mastdarmes und des absteigenden Dickdarmes bei ausgewählten Patienten. |
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| Gibt es spezielle Therapiemaßnahmen beim Mastdarmkrebs? |
| Mastdarmkrebs ist unter den Dickdarmkrebserkrankungen vergleichsweise am schwierigsten zu behandeln. Dies liegt an der besonderen anatomischen Situation im knöchernen kleinen Becken. Hier erreichen bösartige Tumore bei ihrem Wachstum sehr rasch die knöcherne Begrenzung des Beckens und können in den Knochen infiltrieren.
Der Chirurg kann somit bei der Operation nur einen begrenzten und letztlich kleinen Sicherheitsabstand im Rahmen der Resektion im Querdurchmesser des Beckens erzielen. Die chirurgische Resektion ist auf die Ausdehnung des Weichgewebes im kleinen Beckens beschränkt.
Die radikale Entfernung des den Mastdarm umgebenden Fett- und Lymphgewebskörpers (sog. Mesorektum) erfordert eine besondere chirurgische Technik und Sorgfalt. Sie gilt heute als der wichtigste Schritt zur Erzielung einer Heilung durch die Resektion und wird als totale Mesorektumexzision - TEM) bezeichnet. Werden hier gravierende Fehler gemacht, ist dies nicht durch Zusatztherapien zu kompensieren. Wird hier verantwortungsvoll und hinreichend radikal operiert kommen zusätzliche Behandlungsmodalitäten in ausgewählten Fällen fruchtbar zum Tragen.
In der Behandlung des Mastdarmkrebses hat sich in den letzten Jahren die Therapiestrategie geändert. In zahlreichen Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass ab einer bestimmten Tumorgröße, bzw. mit dem Nachweis von lokalen Lymphdrüsenvergrößerungen (also dem Verdacht auf Lymphknoten-Metastasen im Mesorektum und weiter oben zur Bauchhöhle hin), mit einer vor der Operation durchgeführten, kombinierten Chemo- und Strahlentherapie („Neoadjuvante Therapie“) erheblich verbesserte Behandlungsergebnisse erreicht werden können. Vor allem die Gefahr eines Wiederauftretens des Tumors nach der radikalen Chirurgie kann durch solche Zusatztherapien deutlich gemindert werden.
Die Entscheidung zu einer solchen, vor dem operativen Eingriff durchgeführten Radio-Chemotherapie, erfolgt bei Patienten mit Mastdarmkrebs nach Zusammentragung aller diagnostischen Befunde meist in einer sogenannten interdisziplinären Tumorkonferenz, an welcher der Chirurg, der Gastroenterologe, der Onkologe, der Pathologe und der Strahlentherapeut beteiligt sind. Ansonsten gelten grundsätzlich die gleichen technischen Operationsprinzipien wie beim Dickdarmkrebs anderer Lokalisation (Colon-Karziniom).
Anatomisch hat der Mastdarm jedoch einige Besonderheiten, die bei der Operation beachtet werden müssen. Der Mastdarm gliedert sich in ein oberes, mittleres und unteres Drittel. Das obere Drittel liegt in der Bauchhöhle und wird entsprechend wie dieser behandelt. Das mittlere Drittel liegt bereits zu einem Teil außerhalb der Bauchhöhle (im sogenannten kleinen Becken unterhalb des Bauchfells), während das untere Drittel vollständig außerhalb, in den tiefen Beckenweichteilen liegt und mit dem Schließmuskel und After endet.
Liegt der Tumor im oberen oder mittleren Drittel, so kann dieser in der Regel mit dem dazugehörenden Fettkörper, Blutgefäßen und Lymphknoten meist entfernt werden, ohne dass der Schließmuskel Schaden nimmt. In diesen Fällen ist ein direkter Anschluss des Dickdarmes durch Naht an den restlichen Mastdarm möglich. Wird die Darmnaht kurz oberhalb des Schließmuskels notwendig, so sollte ein neues Darmreservoir aus Dickdarmgewebe gebildet werden um die Stuhlgewohnheiten postoperativ zu verbessern. Man spricht von einer „Pouch-Bildung“ (Beutelbildung).
Bei allen komplexen Operationen im tiefen kleinen Becken und bei operativen Schwierigkeiten wird meist vorübergehend ein "schützender Darmausgang" am Dünndarm oder rechten Dickdarm für 2-3 Monate angelegt um die Nahtanlagen der Darmverbindungen (Anastomose und Pouch-Bildung) zu entlasten und den Darm für die Heilung in dieser Region ruhigzustellen.
Der Darmausgang wird meist als Dünndarmausgang angelegt und kann nach Abheilung der Darmnähte innerhalb von 2-3 Monaten mit einer vergleichsweise einfachen Operation (Stoma-Rückverlagerung) wieder entfernt werden. Der Darmausgang wird als Stoma bezeichnet und macht die Operation für den Patienten erheblich sicherer. Ohne eine solche Ruhigstellung können Nahtheilungsprobleme und Durchblutungsstörungen der Darmrekonstruktionen im kleinen Becken rasch zu lebensbedrohlichen Komplikationen auswachsen.
Liegt der Tumor sehr tief und Schließmuskelnahe im unteren Drittel des Mastdarms, besteht die Gefahr, dass es nicht gelingt, den Krebs mit einem hinreichenden Sicherheitsabstand zu entfernen. In diesen Situation muss der Schließmuskel um eine Heilung zu erzielen konsequenterweise entfernt werden um keinen inakzeptablen Kompromiss einzugehen und den Patienten durch ein Wiederauftreten des Tumors (Belassene mikroskopische Tumorreste / Lokalrezidiv) zu gefährden. In einer solchen Situation muss ein definitiver also endgültiger Darmausgang angelegt werden.
Der neue Darmausgang erlaubt dann ein fortgesetztes soziales Leben, welches bei einer Ausleitung des Darmes in der Dammregion ohne funktionsfähigen Schliessmuskel unmöglich wäre (Inkontinenz). |
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| Was ist ein künstlicher Darmausgang? |
| Der künstliche Darmausgang (Stoma) wird je nach Typ im linken oder rechten Mittelbauch angelegt. Hier tritt der Darm, der an der Bauchhaut angenäht wird, mit einer 2-3 cm durchmessenden Öffnung aus der Bauchdecke aus. Der sich entleerende Stuhl wird mit einem speziellen, luftdichten Beutelsystem geruchlos aufgefangen.
Nach der Operation erfolgt der Wechsel des Beutelsystems zunächst durch das Pflegepersonal. Speziell geschulte Schwestern oder Pfleger, sowie Stomatherapeuten üben im weiterem Verlauf mit den Patienten die Handhabung der Beutelsysteme und den Umgang mit dem "Stoma". Man wird mit diesem "Problem" nicht alleine gelassen
Nach der Entlassung werden die Patienten weiter von Stomatherapeuten betreut, die mit Rat und Tat zur Seite stehen. Weitere Hilfe und Beratung erhalten die Betroffenen auch bei der bundesweit organisierten Selbsthilfegruppe "ILCO" erhalten. |
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| Was versteht man unter Fast-Track-Chirurgie? |
| Dieser Begriff beinhaltet eine wesentliche Veränderung der Behandlungsphilosophie im Krankenhaus in den letzten Jahren. Früher galt die Regel, dass man sich von einer großen Operation erst durch längeres Liegen im Bett erholen müsste und dass dadurch der Körper mehr Kraft schöpfen kann.
Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse haben aber gezeigt, dass gerade das frühzeitige Aufstehen, das frühzeitige Essen und das Verlassen des Bettes die Heilung erheblich beschleunigen und die Risiken erheblich vermindern können.
Wir sind hier auf Ihre unbedingte Mitarbeit angewiesen und möchten mit Ihnen gemeinsam und unter Einsatz einer optimalen Schmerztherapie und Physiotherapie die Überwindung der Krankheit beschleunigen. |
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| Kann man ohne Dickdarm leben? |
| Bei Operationen wegen eines Darmkrebses wird in der Regel ein definierter Teil des Dickdarms oder Mastdarms entfernt. Jede größere Operation im Bauchraum kann dazu führen, dass es in der Folge auch immer wieder einmal zu Unpässlichkeiten kommen kann. Dies hängt zum einen mit dem entfernten Darmanteil zusammen zum anderen aber auch mit möglichen Verwachsungen, die als Folge der Operation entstehen können.
Regelhaft wird nach Operationen an Dick- und Mastdarm aber wieder eine Lebensqualität erreicht, die sich innerhalb von ca. 6-12 Monaten weitgehend wieder dem Ausgangszustand angleicht. |
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| Wann kommt eine Chemotherapie zum Einsatz? |
| Nach den Leitlinien zur Darmkrebsbehandlung der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlich Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) wird bei nachgewiesenem tumorösem Lymphdrüsenbefall zur Verbesserung der Prognose die Durchführung einer Chemotherapie nach der chirurgischen Resektion empfohlen.
Mit einer solchen Therapie wird darauf abgezielt nach der Operation noch möglicherweise vorhandene nicht sichtbare (mikroskopisch kleine) Tumorzellen und Tumorreste abzutöten. Aus leidiger Erfahrung weiss mann, dass ab einer bestimmten Tumorgröße durch eine radikale Chirurgie nicht in jedem Falle eine sichere Heilung langfristig möglich ist.
Für Patienten mit fortgeschrittenem Mastdarmkrebs wird nach den Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften eine kombinierte Behandlung mit Chemotherapie und Bestrahlung empfohlen. |
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| Was bedeuten Lymphknoten-Absiedelungen? |
| Lymphknoten filtern in bestimmten Stationen Tumorzellen heraus, die sich ansonsten auf den Weg gemacht hatten, den Krebs im ganzen Körper zu verstreuen. Wenn Krebszellen in Lymphknoten gefunden werden, so bedeutet das zunächst einmal nur, dass sie in diesem Netz hängengeblieben sind. Wir wissen, dass in diesem Falle das Anschließen einer Chemotherapie an die Operation die Gesamtprognose verbessert.
Bei der Operation eines Dick- oder Mastdarmkrebses wird immer standardisiert das anhängende Gewebe mit den Lymphknoten entfernt. |
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| Was sind die Tumorstadien beim Dickdarm-Krebs? |
| Wenn Dickdarmkrebs diagnostiziert wurde, werden zunächst immer zusätzliche Untersuchungen durchgeführt, um herauszufinden, ob Krebszellen sich auch auf andere Regionen des Körpers ausgebreitet haben (Stadieneinteilung, "Staging").
Welche Behandlung wann ansteht, richtet sich nach Tumorart und Tumorstadium.
Erst nach einem chirurgischen Eingriff und der feingeweblichen Aufarbeitung des entfernten Gewebes kann das Tumorstadium jedoch definitiv festgelegt werden. Hierbei ist entscheidend, wie viele Darmwandschichten vom Krebs betroffen sind (T-Stadium, T1-T4)), ob Lymphknoten in der Umgebung des Darms befallen sind (N-Stadium, N0-2) und ob Fernabsiedelungen (Metastasen) vorliegen (M-Stadium, M0-1).
Es werden verschiedene Stadien unterschieden. Diese Konvention erlaubt den Ergebnisvergleich bei verschiedenen Patienten und ist in der Forschung und bei der Einschätzung der Behandlungsprognose von wichtiger Bedeutung.
Stadium 0 ("Carcinoma in situ"):
Dies ist ein sehr frühes Tumorstadium. Krebs wird in dieser Situation nur in der Oberflächenschleimhaut des Dickdarms gefunden.
Stadium I:
Der Krebs hat sich von der Oberflächenschleimhaut auf die zweite und dritte Schicht des Darms und die Muskelschicht ausgebreitet (T1 oder T2), nicht aber auf die zum Bauchraum gelegene Wand oder außerhalb des Dickdarms.
Es sind noch keine Lymphknoten befallen (N0).
Stadium II:
Der Krebs hat sich außerhalb des Dickdarms auf das umgebende Gewebe ausgebreitet (T3 oder T4) - ohne Lymphknotenbefall.
Stadium III:
Krebszellen haben die umliegenden Lymphknoten befallen (N1 oder N2), sich aber noch nicht auf andere Körperregionen ausgebreitet (M0).
Stadium IV:
Krebszellen haben sich auf andere Körperregionen ausgebreitet und Metastasen gebildet (M1).
Tumorstadien |
| UICC |
Dukes |
T |
N |
M |
| UICC I |
Dukes A |
T 1/2 |
N0 |
M0 |
| UICC II |
Dukes B |
T 3/4 |
N0 |
M0 |
| UICC III |
Dukes C |
T 1-4 |
N 1/2 |
M0 |
| UICC IV |
Dukes D |
T 1-4 |
N 0-2 |
M1 |
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| Wie beeinflußt die Stadiendefinition die Therapie beim Darmkrebs? |
Stadium I-Tumoren
können durch Operation in den meisten Fällen (d.h. mehr als 90 Prozent) geheilt werden. Der Krebs hat die Darmwand nicht durchbrochen, Lymphknoten sind nicht befallen und es werden keine Metastasen (Tochtergeschwülste) gefunden. In der Regel ist weder eine Chemo- noch eine Strahlentherapie notwendig, aber die Nachsorge-Untersuchungen sind erforderlich, um einem möglichen Rückfall rechtzeitig begegnen zu können.
Stadium II-Tumoren
Die Darmwand ist tumorös durchbrochen, umliegendes Gewebe kann betroffen sein, aber die Lymphknoten sind krebsfrei und es liegen keine Metastasen vor. Im Unterschied zum Dickdarmkrebs steht bei Patienten mit Mastdarmkrebs vor einer Operation (neo-adjuvant) in der Regel eine kombinierte Chemo- und Strahlentherapie an, um zum einen den Tumor zu verkleinern und zum anderen, um das Hauptproblem beim Mastdarmkrebs in den Griff zu bekommen: Die sonst hohe Rate von erneut auftretenden Tumoren wird dadurch deutlich verringert. Nachsorge-Untersuchungen sind deshalb sehr wichtig.
Stadium III-Tumoren
Lokale Lymphknoten sind um den Tumor herum befallen. Beim Mastdarmkrebs erfolgt in der Regel ebenfalls eine neo-adjuvante Chemo- und Strahlentherapie. Nach der Operation wird das weitere Vorgehen im Tumorboard genau besprochen. In vielen Fällen steht eine postoperative (adjuvante) Chemotherapie an, um die Heilungschancen zu erhöhen. Auch beim Dickdarmkrebs erfolgt in diesem Stadium eine postoperative Chemotherapie.
Ziel der operativen Tumorentfernung in den Stadien I bis III ist die Heilung des Patienten.
Stadium IV-Tumoren
Fernmetastasen liegen vor. Bei Darmkrebs werden normalerweise zunächst Leber und Lunge befallen.
Wenn bereits Metastasen vorliegen, geht es vor allem darum, die Funktionsfähigkeit des Darms zu erhalten und damit die Lebensqualität. Mit der Operation wird ein Darmverschluss verhindert und die Funktionsfähigkeit des Darms sichergestellt.
Abhängig von Anzahl und Lage der Metastasen kann es möglich sein, dass auch die Metastasen operativ entfernt werden können. Häufig wird jedoch zuerst eine Chemotherapie durchgeführt, die sich gegen die Metastasen richtet. Sie dient der Verbesserung der Lebensqualität und verlängert die Überlebenszeiten.
Bei einigen Patienten wird durch die Chemotherapie eine Schrumpfung der Metastasen erreicht, so dass eine Operation doch noch möglich wird. Neben der Chemotherapie existieren weitere Verfahren zur Metastasen-Behandlung. |
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| Warum soll man als Patient an wissenschaftlichen Studien teilnehmen? |
| Im Rahmen der Neuentwicklung von wirksamen Medikamenten wird es immer notwendig sein, diese, nachdem ihre Verträglichkeit sichergestellt ist, auch auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen.
Hierzu bedarf es in der Medizin normalerweise einem geordneten Vergleich mit den bereits vorhandenen Therapien.
Das Darmzentrum Frankfurt Nordwest beteiligt sich an Studien zur Überprüfung genau dieser Wirksamkeit.
Auch im Rahmen dieser Studien können Sie sicher sein, dass Sie in jedem Falle die Medikamente der wissenschaftlich geprüften Standardtherapie erhalten und Ihnen auf gar keinen Fall irgendein bereits nachgewiesen nützliches Medikament vorenthalten wird.
Die Teilnahme an Studien garantiert Ihnen, dass Ihre behandelnden Ärzte auch die neuesten Entwicklungen kennen und an Ihnen teilhaben. |
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| Was versteht man unter „Adjuvanter“ Therapie“? |
| Als adjuvante Therapie wird jede tumorspezifische Behandlung bezeichnet, die nach der vollständigen Operation durchgeführt wird.
Wenn der Chirurg den Tumor vollständig entfernt hat und auch der Pathologe bescheinigt hat, das an den Schnitträndern des Darmes keine bösartige Zelle mehr zu sehen ist, lässt sich mit keiner Diagnostik, also weder Laboruntersuchungen, noch Ultraschall, Röntgen, Computertomographie oder Kernspintomographie noch eine bösartige Zelle nachweisen. Trotzdem hat die Erfahrung gezeigt, dass bei einigen Patienten ein Rückfall der Erkrankung (Rezidiv) auftreten kann. Mitunter viele Jahre später wird eine Absiedlung (Metastase) in der Leber, Lunge oder auch einem anderen Organ festgestellt, die sich aus Tumorzellen entwickelt hat, die bereits vor der Operation über den Blut- oder Lymphweg aus dem Primärtumor ausgewandert sind.
Um ein Rezidiv der Erkrankung zu verhindern, wird möglichst innerhalb von 2-6 Wochen nach der Darmoperation die adjuvante Therapie begonnen. Die adjuvante Therapie besteht heute im Wesentlichen aus einer Chemotherapie, die für etwa 6 Monate gegeben wird. Bei Karzinomen des Enddarm (Rektumkarzinom) wird die Chemotherapie durch eine zusätzliche Bestrahlung ergänzt (kombinierte Radio-Chemotherapie).
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| Was versteht man unter „Neoadjuvanter“ Therapie“? |
| Die neoadjuvante Therapiestrategie hat die gleichen Ziele wie die adjuvante Therapie, sie soll bei mehr Patienten eine Heilung erreichen, als dies mit der alleinigen Operation möglich ist. Im Unterschied zur adjuvanten Therapie wird die neoadjuvante Therapie aber vor der Operation durchgeführt und kommt meist bei Patienten mit Enddarmkarzinom zum Einsatz.
Nach der Diagnostik durch den Gastroenterologen führt der Patient ein ausführliches Gespräch mit dem Chirurgen, der die operativen Möglichkeiten prüft. Dann wird der Patient zu einem Onkologen überwiesen, der eine kombinierte Radio-Chemotherapie als neoadjuvante Therapie durchführt. Durch diese Behandlung wird der Primärtumor meist sehr viel kleiner, so dass die Operation deutlich erleichtert wird. Häufig kann durch die neoadjuvante Therapie ein Tumor in der Nähe des Darmausgang so weit verkleinert werden, dass der Chirurg keinen endgültigen künstlichen Darmausgang (Anus präter) anlegen muss. Es gelingt dann „Kontinenz-erhaltend“ zu operieren und die Funktion des Schließmuskels zu erhalten.
Nach der Operation wird bei diesem Konzept meist noch für 4 Monate eine adjuvante Therapie angeschlossen. |
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| Was versteht man unter einer Chemotherapie? |
| Chemotherapeutika werden sowohl in adjuvanten und neoadjuvanten, als auch in palliativen Therapiestrategien eingesetzt. Es handelt sich um Medikamente, die bösartige Zellen zerstören oder deren Wachstum beschränken können (Zellgifte).
In der Onkologie stehen heute mehr als 50 verschiedene Substanzen zu Verfügung, die sich von ihrem Wirkmechanismus und ihren Nebenwirkungen erheblich unterscheiden. Für die Behandlung des Darmkrebs werden nur solche Medikamente alleine oder in Kombinationen eingesetzt, bei denen sich in wissenschaftlichen Studien eine besonders starke Wirksamkeit auf die bösartigen Zellen der Darmschleimhaut gezeigt hat.
Die Chemotherapie entfaltet ihre Wirksamkeit über den Blutweg, weshalb sie fast überall im Körper wirksam werden kann. Es ist dabei unerheblich ob die Chemotherapie als Infusion in eine Vene oder als Tablette über den Darm (orale Therapie) in den Körper gelangt.
Der Onkologe wird für jeden Patienten eine individuell angepasste Behandlung aussuchen. Dabei wird er die nationalen und internationalen Behandlungsleitlinien, genauso wie die individuellen Bedürfnisse und Besonderheiten des einzelnen Patienten berücksichtigen.
Die Nebenwirkungen der Therapie lassen sich in den meisten Fällen gut bis sehr gut beherrschen. Übelkeit und Erbrechen, die früher besonders ausgeprägt waren, sind bei vielen der modernen Medikamente eher gering und die Antiemetika (Medikamente gegen Brechreiz) in den letzten Jahren deutlich effektiver geworden.
Für die Patienten stehen oft Nebenwirkungen an den Schleimhäuten wie z.B. Diarrhöen (Durchfälle) oder Schleimhautreizungen (Mukositis) im Vordergrund. Die bei Darmkrebs wirksamen Chemotherapiekombinationen beeinflussen die Blutbildung und das Immensystem meist nur wenig, Haarausfall kommt eher selten bis sehr selten vor. |
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| Was versteht man unter Radiotherapie und kombinierter Radio-Chemotherapie? |
| Besonders beim Enddarmtumor wird häufig die Chemotherapie mit einer Bestrahlung kombiniert. Im Strahlenfeld ist eine Bestrahlung bereits alleine sehr wirksam und kann durch die moderne Strahlentherapie sehr zielgenau unter weitgehender Schonung der gesunden Umgebung nebenwirkungsarm angewendet werden.
Die Wirkung der Strahlung kann aber durch die gleichzeitige Gabe einer Chemotherapie deutlich gesteigert werden. Das Gewebe für die Bestrahlung durch die Chemotherapie empfindlicher gemacht, also sensibilisiert. Die Sensibilisierung wirkt auf rasch wachsendes Tumorgewebe besonders intensiv.
Zusätzlich hat diese Chemotherapie natürlich auch einen systemischen Effekt, d.h. sie wirkt auch außerhalb des eigentlichen Strahlenfeldes auf mögliche Fern- und Lymphknotenmetastasen ein. |
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| Was bedeutet Tumorzellstreuung und Metastasierung? |
| Wenn der Krebs im fortgeschrittenen Stadium in Lymph- und Blutgefäße einbricht, kann dies zu Absiedlungen („Metastasen“) in den regionäre Lymphknoten (in der Nähe des Primärtumors) oder in andere Organe (Fernmetastasen) führen. Die nahe zum Tumor gelegenen („regionären“) Lymphknoten des Dickdarms befinden sich im Gekröse („Mesokolon“) entlang der zum Darm führenden Blutgefäße.
Dringen Darmkrebszellen in die Blutbahn und streuen sie über die Blutgefäße, finden sich Metastasen meistens in der Leber, da das venöse Blut des Darmes auf dem Weg zurück zum Herzen zunächst durch die Leber fließt. Dort werden Tumorzellen häufig herausgefiltert. |
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| Welche Operationsverfahren gibt es bei Darmkrebs? |
| In seltenen Ausnahmen kann ein nahe dem Darmausgang sitzender kleiner Mastdarmkrebs in einem sehr frühen Stadium durch den After ohne Bauchschnitt entfernt werden.
Die häufigsten Standardoperationen sind nach Lokalisation des Tumors:
Hemikolektomie rechts:
Das ist die Entfernung eines rechten Dickdarmteils
Hemikolektomie links:
Das ist die Entfernung eines linken Teils des Dickdarms bis zum sog. „Sigma“.
Sigma-Resektion:
Das ist die Entfernung des sog. Sigmas (der letzten Dickdarm-Schleife vor dem Mastdarm).
Anteriore Rektum-Resektion:
Die Entfernung des Mastdarms mit Erhalt des Schließmuskels
Rektum-Exstirpation oder –Amputation:
Die Entfernung des Mastdarms unter Mitnahme des Schließmuskels mit Anlage eines künstlichen Darmausganges („Anus praeter“ oder „Colostoma“).
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| Kann durch Entfernung von Lebermetastasen noch Heilung beim Darmkrebs erzielt werden? |
| Eine Heilung durch Operation kann somit unter Umständen auch noch bei Lymphknoten-Metastasen, in einigen Fällen sogar bei Leber-Metastasen erreicht werden.
Aber immer wenn der Tumor fortgeschritten ist, also durch die Wand des Darmes gewachsen ist oder Metastasen erzeugt hat, sinkt die Chance, den Tumor allein durch die Operation zu heilen.
In solchen Fällen empfiehlt sich zusätzlich eine Chemotherapie („Adjuvante Chemotherapie“) oder beim Mastdarmkrebs eine zusätzliche Kombination von Bestrahlung und Chemotherapie („Adjuvante Radiochemotherapie“), wodurch die Heilungschancen verbessert werden.
Liegt ein fortgeschrittener Mastdarmkrebs vor - was vor der Operation abgeschätzt werden kann - empfiehlt sich diese Kombination von Bestrahlung und Chemotherapie vor der Operation („neoadjuvante Radiochemotherapie“). Hierdurch kann der Tumor verkleinert, die radikale Entfernung sicherer und der Schließmuskel in einzelnen Fällen gerettet werden. |
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| Welche Komplikationen können nach der operativen Behandlung von Darmkrebs auftreten? |
| Die bedeutendste Komplikation bei der operativen Behandlung des Darmkrebses ist die Heilungsstörung der Darmnaht mit Ausbildung eines Lecks (sog. „Anastomosen-Insuffizienz“). Dies bedeutet immer die Gefahr einer lebensgefährlichen Bauchfellentzündung.
Daher empfiehlt der Chirurg bei besonders gefährdeten Darmnähten in der Nähe des Schließmuskels die vorbeugende Anlage eines vorgeschalteten künstlichen Darmausganges zum Schutz der Darmnaht („protektives Stoma“), der nach Ausheilung der Darmnaht oder eines Lecks wieder beseitigt werden kann. |
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| Wer bestimmt im Darmzentrum die Festlegung der Therapie? |
| Sowohl die Therapie des Dick- (Kolonkarzinom) als auch die des Mastdarmkrebs (Rektumkarzinom) erfolgen strikt nach einer evidenzbasierten S3-Leitlinie, die von allen anerkannten wissenschaftlichen Fachgesellschaften erarbeitet worden ist.
Damit wird die beste derzeit verfügbare Behandlung sichergestellt.
Die Erkrankung eines jeden Patienten wird interdisziplinär im Tumorboard besprochen, dort wird auch eine Empfehlung für die Behandlungsstrategie gemeinsam festgelegt.
Mastdarmkrebs (Rektumkarzinon) erfordert zusätzliche diagnostische Maßnahmen wie Rektoskopie und Endosonographie, um die genaue Lage und die Eindringtiefe des Tumors festzustellen. Bei weiter fortgeschrittenen Stadien muss die Beeinträchtigung anderer Gewebe mit weiteren Verfahren (CT, MRT) untersucht werden. Wenn der Tumor über die Wand hinausgewachsen ist erfolgt im Unterschied zum Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom) eine kombinierte Chemo- und Strahlentherapie vor der Operation (neo-adjuvant).
Das weitere Vorgehen nach der Operation ergibt sich aus der Untersuchung der entnommenen Gewebe und wird im Tumorboard interdisziplinär festgelegt. Beim Dickdarmkrebs oberhalb des Mastdarms gibt es keine Strahlentherapie, eine postoperative Chemotherapie ist sowohl bei Dickdarm- als auch bei Mastdarmkrebs stadienabhängig notwendig.
Ein künstlicher Darmausgang kann notwendig werden, wenn bei der Operation eines Mastdarmkrebses der Schließmuskel mit entfernt werden muss. Die vollständige Entfernung des Tumors hat immer Vorrang vor der Kontinenz-Erhaltung. Dennoch wird, wann immer es möglich ist, versucht, die normale Schließfunktion zu erhalten. Hierzu kann geeigneten Patienten eine Pouch-Operation angeboten werden, bei der ein Stuhlreservoir aus Dickdarm rekonstruiert wird.
Chemotherapie
Die Chemotherapie, die stadienabhängig im Anschluss an einen operativen Eingriff zur Verbesserung der Heilungschancen oder zur Metastasenbehandlung sowie beim Mastdarmkrebs in Kombination mit der Strahlentherapie vor einer Operation ansteht, zielt mit geeigneten Medikamenten (Zytostatika) auf sich schnell teilende Zellen und damit vor allem auf Tumorgewebe.
Die Therapie kann häufig ambulant erfolgen. In der Regel erhält der Patient je nach Notwendigkeit über einen Zeitraum von einem halben Jahr eine Chemotherapie.
Die Chemotherapie unterstützt den Erfolg der operativen Tumorentfernung und verbessert die Heilungschancen. Bei sehr weit fortgeschrittenem Tumorstadium oder erneuten Tumorabsiedlungen verbessert die Chemotherapie die Lebensqualität und verlängert die Überlebenszeit.
Da auch gesunde Körperzellen sich ständig teilen, kann es bei schnell wachsenden Geweben zu Nebenwirkungen kommen. Das gilt insbesondere für Darm- und Magenschleimhaut, deren Schädigung zu Durchfall und anderen Magen-Darm-Beeinträchtigungen führt. Haarausfall kommt bei den meisten zur Darmkrebstherapie eingesetzten Medikamenten nur selten vor.
Große Hoffnungen weckt die Immuntherapie, bei der Antikörper eingesetzt werden. Solche Antikörper sind seit kurzem in Kombination mit Medikamenten aus der Chemotherapie (Zytostatika) für die Behandlung zugelassen und führen ersten Studien zufolge zu einer weiteren Verbesserung des Behandlungserfolgs. Das Darmzentrum-Ruhr setzt derartige Therapien ein.
Andere immuntherapeutischen Ansätze wie die Interferon-Behandlung oder Impfungen spielen in der Darmkrebstherapie bislang keine Rolle. Auch die Gentherapie findet noch keine Anwendung. |
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| Wann kommt beim Darmkrebs eine Strahlentherapie in Frage? |
| Strahelntherapien kommen beim Darmkrebs in der Regel nur bei Tumor-Lokalisationen im Mastdarm (Rektum) zur Anwendung.
Wenn beim Mastdarmkrebs ein Darmdurchbruch erfolgt ist oder Lymphknoten befallen sind, wird im Tumorboard in der Regel eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie vor der Operation empfohlen.
Für die Strahlentherapie ist ein genaues und schonendes Vorgehen wichtig. Deshalb wird ein Computertomogramm (CT) benötigt. Im CT wird der Tumor einschließlich Lymphabflussgebiet erfasst und kann gleichmässig bestrahlt werden.
Die Bestrahlung erfolgt in der Regel über drei Felder in Bauchlage im Lochbrett zur Dünndarmschonung. Bestrahlt wird jeweils wenige Minuten über fünf bis sechs Wochen an fünf Tagen pro Woche. Die Therapie kann ambulant durchgeführt werden. Die Chemotherapie erfolgt kombiniert nach Vorgabe des Tumorboards.
Nebenwirkungen wie Durchfall und leichtes Unwohlsein können gelegentlich auftreten und lassen sich medikamentös behandeln. Schwerwiegende Nebenwirkungen und Komplikationen sind selten. Der Arzt wird den Patienten über Risiken und geeignete Maßnahmen ausführlich aufklären. |
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| Was versteht man unter einem Tumor-Rezidiv? |
| Als Rezidiv wird das Wiederauftreten von Krebs nach einer Therapie (Rückfall) bezeichnet. Die Krebszellen können im Dickdarm oder in anderen Körperpartien wieder auftreten. Ein Rezidiv bei Dickdarmkrebs kann z. B. Leber oder Lunge betreffen. |
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| Was versteht man unter Tumor-Nachbehandlung und Nachsorge? |
| Ist die Behandlung abgeschlossen, erfolgt die Nachsorge in der Regel über mehrere Jahre. Hier sollen mögliche Rückfälle (Rezidive) oder Metastasen (Streukrebs) frühzeitig erkannt und behandelt werden. Diese Nachsorge wird gemeinsam mit ihrem behandelnden Arzt und dem Koordinationszentrum des Darmzentrums organisiert.
Die Nachsorge nach Operation eines Dickdarmkrebses richtet sich nach dem Tumorstadium, aber auch nach individuellen Gesichtspunkten.
T1 Karzinome (endoskopisch entfernt)
Low risk = pT1, G1/2, L0, V0
Kontroll-Koloskopie nach 6, 24, 60 Monaten, dann alle 3 Jahre
High risk = pT1, G3/4, L1, V1
Radikale Operation, Kontrollkoloskopie nach 24 und 60 Monaten, dann alle 3 Jahre
Rektum- und Kolonkarzinom UICC Stadium I
Koloskopie 24 und 60 Monate nach Operation, dann alle 3 Jahre
Wenn präoperativ keine Koloskopie erfolgt war, muss diese 3 Monate postoperativ durchgeführt werden. |
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| Was passiert nach der Entlassung aus dem Krankenhaus? |
Der Patient kann nach der Erstdiagnose einer Krebserkrankung eine Rehabilitationskur in Anspruch nehmen.
Diese und andere Fragen des sozialen Lebens nach der Krebsbehandlung werden gemeinsam mit dem Patienten und den Angehörigen sowie dem Sozialdienst im Darmzentrum Frankfurt Nordwest besprochen, geplant und organisiert. |
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