Ein Anus praeter (künstlicher Darmausgang, Bauchafter) ist eine angelegte offene Verbindung zwischen einem Darmstück und der Bauchhaut, die den Stuhlabgang gewährleistet. Durch die neue Öffnung kann der durch Krankheit oder Operation geschwächte untere Darmabschnitt geschont werden, da keine Belastung durch den Kot besteht. In der Regel wird der abgehende Stuhl mit einem speziellen angehängten Kunststoffbeutel aufgefangen. Der künstliche Darmausgang wird auch Stoma genannt.
Der künstliche Darmausgang (Stoma) wird je nach Typ im linken oder rechten Mittelbauch angelegt. Hier tritt der Darm, der an der Bauchhaut angenäht wird, mit einer 2-3 cm durchmessenden Öffnung aus der Bauchdecke aus. Der sich entleerende Stuhl wird mit einem speziellen, luftdichten Beutelsystem geruchlos aufgefangen.
Nach der Operation erfolgt der Wechsel des Beutelsystems zunächst durch das Pflegepersonal. Speziell geschulte Schwestern oder Pfleger sowie Stomatherapeuten üben im weiterem Verlauf mit den Patienten die Handhabung der Beutelsysteme und den Umgang mit dem "Stoma". Man wird mit diesem "Problem" nicht alleine gelassen.
Nach der Entlassung werden die Patienten weiter von Stomatherapeuten betreut, die mit Rat und Tat zur Seite stehen. Weitere Hilfe und Beratung erhalten die Betroffenen auch bei der bundesweit organisierten Selbsthilfegruppe "ILCO" erhalten. |